Skikurs in der Wildschönau – wirklich schon 27 Jahre...

Krabbelgruppe, Kinderskikurs & Co. am Wilden Kaiser

12.03.2014 Kommentare (0) Skigebiete, Winter

Zum ersten Mal auf der großen Piste in Gunzesried

Ein Skikurs – das ist die eine Sache. Die große Piste – das ist was ganz anderes. Jonas ist jetzt grad so fünf und hat seinen Kindergartenskikurs bestens hinter sich gebracht, am Wochenende waren wir beide zum ersten Mal auf der großen Piste in Gunzesried-Ofterschwang. Es hat geklappt. Bestens.

Nun können wir uns glücklich schätzen, dass bei uns im Allgäu die Skipiste nicht weit entfernt ist. Sechs Minuten mit dem Auto von der Garage daheim bis zur Talstation der Ossi-Reichert-Bahn in Gunzesried – das kann sich sehen lassen. 60 Minuten hat’s gedauert, bis ich Jonas reisefertig hatte, doch auch das ist kein Problem, wenn man ein Ziel vor Augen hat: kurz vor der Liftöffnung um 8.30 Uhr an der Talstation zu sein! Wir haben Mitte März, ab 11 Uhr schaut die Piste aus wie ein Glas Sprite, das man mit gaaaanz viel Eis bestellt… Also sitzen wir tatsächlich acht nach halb in der Achter-Gondel hinauf zur Bergstation des Weltcup-Express, der neuen zentralen Drehscheibe des Skigebiets GO Ofterschwang-Gunzesried. Nervös? Jonas nein, er unterhält die Gondelgesellschaft mit Geschichten von Zimi, dem Schneemann und Kinderliebling, der ihm gemeinsam mit Karsten, dem Skilehrer von Mikas Skischule, das Skifahren beigebracht hat. Papa ist nervös. Wie wird’s wohl zum ersten Mal auf der „großen“ Piste hinab zur Mittelstation laufen?

Ski angeschnallt, noch einige taktische Hinweise („schön vorsichtig fahren, immer nach vorne gucken, dem Papa in der Spur folgen“) und… „LOS GEHT’S“ brüllt’s nebenan und Jonas jagt los, vorbei an der Weltcup-Hütte und in Richtung Schlepplift. Nix defensiv, nix ängstlich. Da fährt einer richtig Ski. Also nicht schnell und pistensaumäßig, sondern sicher und umsichtig, aber halt mutig und fix. Papa hält sich ran und kommt hinterher. Erster Stopp. „Komm, wir machen Wettrennen“. Also gut, er darf gewinnen, pädagogisch ist das jetzt vermutlich sinnvoll. Und als wir nach kürzester Zeit an der Mittelstation stehen, uns grad noch so in die nächste Gondel hineinquetschen, da wird schon wieder gequatscht, was das Zeug hält: „Bin schneller als der Papa, war im Skikurs beim Zimi und dem Karschten“. Die armen sechs Mitreisenden…

Gut, wenn der Bub schlau tut, dann fahren wir mit dem 6er-Gipfellift. Da hat er Respekt vorm Einsteigen, das er noch nie probiert hat. Also ab auf die blaue Verbindungspiste, die auch rot sein dürfte – klappt. Ein Snowboarder fährt ihn fast in Grund und Boden. Jonas lässt sich nicht beeindrucken und pflügt „Pizza-Pommes-Pizza-Pommes“ gen Liftstation. Dort reihen wir uns ein in die inzwischen stattliche Menge, stehen am Gate, die Sechsersitzbank fährt herein, er hockt sich reibungslos hin – und schon schweben wir ohne jede Komplikation gen Gipfel“.  Die Märchenwiese folgt, das Schuss- und Ziehstück gen Gunzesried meistern wir und überhaupt macht das richtig Spaß mit dem Sohnemann. Keine Spur von: „Da wartst mehr als dass Du fährst“ – und was wurde ich nicht alles gewarnt! Nachdem wir alle Lifte ausprobiert haben, finden wir dann aber doch noch unseren Meister: Die doch etwas eisig geratene Talabfahrt nach Gunzesried ist an einigen Stellen so steil, dass der Jonas mit seinem „Pizza-Pommes-Pizza-Latein“ am Ende ist und sich – wenn auch kontrolliert und bergan – in den Schnee wirft. Aber er steht auf und cruist den Berg weiter hinunter. Kneifen wäre ja schließlich was für „Fauglinger“ – so sagt sein Bruder Timmi zu Feiglingen… 😉
Auf dem Parkplatz sind dann alle zufrieden. Der Papa durfte seine Ski bisschen auffahren und hat sich das eine oder andere feuchte Auge unter der Skibrille verdrückt, weil er so stolz auf seinen Sohnemann war, der Sohnemann durfte zeigen, was er an fünf Nachmittagen gelernt hat (und das war viel!) und anschließend gabs in der Dorfbäckerei noch Brezen und Capri-Sonne für beide. Skifahrerfrühstück. Von der Heimfahrt sei noch folgendes dokumentiert: „Papa, ich kann ja eigentlich schon viel besser Skifahren als Du“ – „Aber Du bist ja auch in Immenstadt im Allgäu auf die Welt gekommen und ich in Bamberg in Franken!“.

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